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    Lehrstuhl für deutsche Philologie, Ältere Abteilung

    Kinderlosigkeit im Mittelalter

    Kinderlosigkeit ist kein biologisches Schicksal, sondern sozial und kulturell geprägt, so lautet die zentrale These. Anknüpfend an aktuelle Diskussionen über Samenspende, Adoption, Kinderfreiheit und bereute Mutterschaft wird untersucht, wie im Mittelalter über Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit gesprochen wurde. In der Theologie, der Medizin und im Recht, aber auch in der Erzählliteratur zeichnen sich auffällige Unterschiede ab: Für die einen ist Kinderlosigkeit ein großes Problem, für die anderen ein hohes Ideal. Gefragt wird nach den Gründen für diese Wertungen und nach historischen Veränderungen. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Erzählmuster offenlegen, die Geschichten der Kinderlosigkeit bis in die Gegenwart prägen: Das Spektrum reicht vom spät erfüllten Kinderwunsch dank göttlicher oder dämonischer Hilfe über soziale und religiöse Alternativen bis hin zur bewussten Entscheidung gegen Elternschaft und dem wunschlosen Glück innig Liebender.  

    Die Monographie ‚Kinderlosigkeit. Ersehnte, verweigerte und bereute Elternschaft im Mittelalter‘ richtet sich an ein breiteres Publikum. Sie wurde von der VolkswagenStiftung als Opus Magnum gefördert und bei J.B. Metzler/Springer publiziert. Zum ebook gelangen Sie hier

    Die digitale Diskussion ‚Kinderlosigkeit: Traum statt Trauma?‘, die am 18. November 2020 anlässlich des Erscheinen des Buchs in Kooperation mit dem Haus der Wissenschaft in Braunschweig stattfand, ist bei Youtube abrufbar. Zum Video gelangen Sie hier

    In Vorbereitung befindet sich das interdisziplinäre Themenheft ‚Kinderlosigkeit vor der Moderne‘ der Zeitschrift ‚Das Mittelalter – Perspektiven mediävistischer Forschung‘, das Regina Toepfer gemeinsam mit der Pharmaziehistorikerin Bettina Wahrig herausgibt. Den Call for Papers finden Sie hier.