Deutsch Intern
Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte

KI in der literaturwissenschaftlichen Hochschullehre

Zur Einführung

Künstliche Intelligenz (KI) verändert in radikaler Weise die Grundlagen unseres Lernens und wissenschaftlichen Arbeitens, allen voran in literaturwissenschaftlichen Fächern, die auf den Kulturtechniken des Lesens und Schreibens aufbauen. Damit rückt eine zentrale Frage in den Vordergrund: Welche Rolle können und sollen KI-gestützte Verfahren in der akademischen Praxis einnehmen?

Große KI-Modelle (LLMs) können längst Texte erzeugen, analysieren und strukturieren – Fähigkeiten, die in direkter Beziehung zu den Gegenständen und Methoden unserer Disziplin stehen. Damit eröffnen sich in der Hochschullehre neue didaktische Möglichkeiten, zugleich aber auch Herausforderungen im Hinblick auf die in unseren Fächern vorausgesetzte wissenschaftliche Integrität und die kritische Reflexion von Sprache.

Während Studierende wie Lehrende vielfach KI-basierte Tools zur Literaturrecherche, Themenfindung, Textstrukturierung und stilistischen Überarbeitung nutzen, herrscht eine große Unsicherheit im Blick auf den praktischen Umgang mit KI im universitären Alltag: Ist die Nutzung von KI-gestützten Tools im Studium erlaubt oder nicht? Wie lassen sich Prüfungsformen gestalten, die einen verantwortungsvollen Einsatz berücksichtigen? Welche Kriterien gelten künftig für wissenschaftliche Redlichkeit und die eigene Leistung? Solche Fragen stellen sich Studierende wie Lehrenden gleichermaßen – auf diesen Seiten versuchen wir, erste Antworten bereitzustellen. 

Hier erhalten Sie:

  • einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten von KI in Studium und Lehre, 
  • eine kritische Einordnung vorhandener Verfahren mit Blick auf datenethische und didaktische Kontexte,
  • praktische Hilfen, Materialien und Beispiele für Studium, Lehre und Forschung.

Was Sie hier nicht erhalten:

  • KI-basierte Verfahren sind für die Literaturwissenschaft in weiterer Hinsicht relevant: zum einen für die quantitative Analyse großer Textkorpora im Rahmen der Computational Literary Studies, zum anderen für die literarische Textproduktion, in der generative Modelle zunehmend kollaborative Formen menschlicher und maschineller Autorschaft ermöglichen. Diese beiden Bereiche werden auf dieser Seite bewusst nicht behandelt, da der Fokus auf Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen des KI-Einsatzes in der Lehre liegt. Informationen zu den Computational Literary Studies finden Sie auf den Seiten des Lehrstuhls für Computerphilologie und Literaturgeschichte; weiterführende Hinweise zu generativer KI-basierter Literatur finden Sie auf der Seite des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturgeschichte.


Zitierempfehlung

Catani, S., Sandrock, K. (2025). KI in der literaturwissenschaftlichen Hochschullehre. Julius-Maximilians-Universität Würzburg. https://www.germanistik.uni-wuerzburg.de/ndl1/forschung-projekte/ki-in-der-literaturwissenschaftlichen-hochschullehre.