Bericht | Emma Braslavsky: Eine Demokratie verschiedener Arten – Werkstattgespräch zur Novelle »Dialogue« (8. Juli 2026)
Foto-© Tanja Schimscha
Im Rahmen der Werkstattgespräche des Würzburger Schelling-Forums war kürzlich die Schriftstellerin Emma Braslavsky zu Gast. Die Berliner Autorin stellte Auszüge aus ihrer jüngsten Novelle »Dialogue« vor, die 2025 als Teil des Sammelbands Angstvoll und leicht sehnsüchtig erschienen ist, einer Anthologie mit vier literarischen Spekulationen über Luxemburg.
Braslavsky, die für Romane wie „Aus dem Sinn" (2007) und zuletzt „Erdling" (2024) bekannt ist und 2025 mit dem Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet wurde, verhandelt in ihrem Werk seit Jahren Fragen von Identität, Technologie und Raum. »Dialogue« führt diese Linie fort: Die Novelle erzählt von einem verdeckten EU-Modellprojekt in einem alten Haus in Luxemburg-Grund, in dem Wissenschaftler*innen gemeinsam mit ihren Tieren – einem Kakadu, einem Hausschwein, Katzen, einem Chihuahua – sowie einem gebärdensprachkundigen Gorilla-Weibchen und einer Rattenkolonie eine Art interspezies-demokratisches Zusammenleben erproben sollen. Überwacht und choreografiert wird das Experiment von einer Haus-KI namens Sylvia, die sich im Verlauf der Handlung als weit mehr entpuppt als ein neutrales Beobachtungssystem.
Im Anschluss an die Lesung moderierte Prof. Dr. Stephanie Catani, Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medien an der Universität Würzburg, das Gespräch mit der Autorin.
Dies war eine Veranstaltung des Instituts für deutsche Philologie der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Kolleg Moderne und Gegenwart der Universität Würzburg und dem Schelling-Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
