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    Wolfgang Brückner, geboren am 14. März 1930 in Fulda und aufgewachsen in Oberschlesien, studierte die Fächer Volkskunde, Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt, wo er 1956 mit einer Arbeit zum Strukturwandel einer fränkischen Wallfahrt bei Mathilde Hain promoviert wurde. Im Jahr 1964 habilitierte er sich mit einer Schrift zu Bildnis und Brauch, in der er am Beispiel von Effigies spätmittelalterlichen Begräbnisriten und Strafrechtspraxis nachging. Am Frankfurter Institut war er zunächst als Assistent und später als Professor beschäftigt, 1970 gab er die Falkensteiner Protokolle heraus und dokumentierte damit die folgenreiche Tagung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde für die Fachgeschichte. 1973 nahm er einen Ruf an die Universität Würzburg an, wo er 1998 emeritiert wurde.

    Mit seiner Herausgebertätigkeit des Frankfurter Wörterbuchs, des Anzeigers des Germanischen Nationalmuseums, des Jahrbuchs für Volkskunde und der Bayerischen Blätter für Volkskunde sowie der Enzyklopädie des Märchens der Göttinger Akademie der Wissenschaften trug er wesentlich zum Fachdiskurs bei. Als Herausgeber teilte er auch sein Wissen konstruktiv und großzügig mit Autor:innen und war vor allem dem akademischen Nachwuchs ein stets hilfsbereiter Ansprechpartner. Bei der Görres-Gesellschaft fungierte er als Sektionsleiter für die Europäische Ethnologie. Er war zudem korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Wissenschaften sowie Mitglied der Gustav-Adolfs-Akademie zu Uppsala. Als Experte für religiöse Volkskunst trat Wolfgang Brücker in der Sendung Kunst und Krempel regelmäßig im Fernsehen auf.

    Wolfgang Brückner kombinierte enzyklopädisches Wissen mit historischer Kulturanalyse: Wer mit ihm eine Kirche betrat, lernte unendlich viel über christliche Ikonografie und Heiligenattribute, aber auch über die soziale Funktionalität von religiösen Bräuchen, konfessionelle Frömmigkeitsvorstellungen, gesellschaftliche Grenzziehungen und Aufklärung, beispielsweise in der kritischen Auseinandersetzung mit Aberglaube. Seine Untersuchung von Gattungen in der volkskundlichen Bildforschung waren zugleich Gesellschaftsanalysen mit Blick auf milieuspezifische Bildrezeption.

    Mit seinen Arbeiten zur populären Frömmigkeit, ihrer Materialität und Ästhetik sowie zur Bildforschung hat er unermüdlich zum standortübergreifenden Großprojekt „Volkskunde ohne Volk“ beigetragen. Mit Wolfgang Brückner verlieren wir nicht nur einen Experten mit einem enormen kulturhistorischen Wissensfundus, sondern auch ein Gedächtnis seines Faches, das er in seiner disziplinären Entwicklung über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg kritisch und wohlwollend zugleich begleitet hat.

    Silke Meyer, Innsbruck


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