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    Germanistik

    Praxisprojekt Kulturvermittlung: Texte statt Tabak – Würzburger Literatur aus dem Zigarettenautomaten

    14.03.2026

    Im Rahmen des Praxismoduls M4 der Zusatzqualifikation Kulturvermittlung ist der Literat-O-Mat entstanden: ein umfunktionierter Zigarettenautomat, der kurze Texte von Würzburger Autor:innen verkauft.

    Zwei Studierende stehen vor dem Literat-O-Maten und ziehen eine Schachtel.
    Im Rahmen der Posterpräsentation der Praxisprojekte konnte der Literat-O-Mat erkundet werden.

    Wie lässt sich Literatur in den Alltag bringen, jenseits von Schule, Uni, Buchhandlung oder Bibliothek? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Praxisprojekt der Studentin Maren Wiesmann im Rahmen der Zusatzqualifikation Kulturvermittlung. Das Ergebnis: der Literat-O-Mat, ein ausrangierter mechanischer Zigarettenautomat, der zu einem Automaten für lokale Literatur umgebaut wurde.

    Die Idee zu diesem Projekt entstand aus der auffälligen Präsenz von Zigarettenautomaten im öffentlichen Raum. Sie sind rund um die Uhr zugänglich, unabhängig von Öffnungszeiten, institutionellen Räumen oder anderen Zugangshürden. Der Literat-O-Mat macht sich diese Omnipräsenz in der Infrastruktur des öffentlichen Raums zunutze und bespielt sie als Plattform für Kulturvermittlung: Statt Konsumgütern wie Zigaretten bietet der Automat kulturelle Inhalte, in diesem Fall Literatur, an.

    Der Literat-O-Mat gibt kleine Karten aus, auf denen kurze Texte von Autor:innen aus Würzburg zu lesen sind. Diese Texte wurden von Würzburger Gestalter:innen grafisch interpretiert und gestaltet, etwa durch Illustration, Typografie oder Farbgestaltung. So entsteht ein gemeinsames künstlerisches Produkt, das Literatur und visuelle Gestaltung miteinander verbindet. Dieses Zusammenspiel bringt zwei künstlerische Perspektiven zusammen und ermöglicht verschiedene Zugänge zum Text. Die gestalteten Texte werden im Visitenkartenformat gedruckt, wodurch sie leicht im Geldbeutel aufbewahrt, am Kühlschrank fixiert oder als Lesezeichen verwendet werden können, was zu wiederholten Begegnungen führt. Jede Karte wird in umgestaltete Zigarettenschachteln verpackt und kann für einen Euro aus dem Automaten gezogen werden.

    Ziel des Projekts ist es, Literatur außerhalb literarischer Institutionen sichtbar zu machen und niedrigschwellige, alltägliche Begegnungen mit ihr zu ermöglichen. Der Literat-O-Mat setzt dabei bewusst auf das Überraschungsmoment: Wer zufällig im öffentlichen Raum auf den Automaten stößt, begegnet Literatur in einem ungewohnten Kontext. Diese unerwartete Situation kann Neugier wecken und dazu anregen, sich spontan mit einem Text auseinanderzusetzen. Der Automat richtet sich dadurch an eine breite Zielgruppe, die neben literaturaffinen Nutzenden auch zunächst uninteressierte Passant:innen umfasst.

    Gleichzeitig bietet der Literat-O-Mat eine Plattform für die lokale Literaturszene. Autor:innen und Gestalter:innen aus Würzburg können ihre Arbeiten präsentieren und einem öffentlichen Publikum zugänglich machen. Durch Hinweise auf der Rückseite der Karten wie das Hashtag #literatomat_wue wird außerdem zum Austausch und kollektiven Reflektieren über die Texte in den Sozialen Medien eingeladen. Auf diese Weise verbindet der Automat analoge und digitale Räume der Kulturvermittlung.

    Aktuell ist der Literat-O-Mat noch auf der Suche nach einem Ort, an dem er längerfristig installiert werden kann. Über Neuigkeiten und weitere Einblicke in den Entstehungsprozess informiert der Instagram-Account  @literatomat_wue.

    Weitere Informationen zur Zusatzqualifikation Kulturvermittlung hier.

    Fotos: Maren Wiesmann, Arbeitsstelle Kulturvermittlung

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