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Institut für deutsche Philologie

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Am Mittwoch, dem 08. November 2023, las Ilija Trojanow im Rahmen der vom Institut für deutsche Philologie veranstalteten »Werkstattgespräche« aus seinem neuen Roman Tausend und ein Morgen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Schelling-Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Gartenpavillon des Juliusspitals statt. Das Autorengespräch moderierte Prof. Dr. Wolfgang Riedel.

Ilija Trojanow (*1965 in Bulgarien) ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Verleger. Sein Werk umfasst neben belletristischer Literatur viele nicht-fiktionale Texte wie Essays und Reportagen, in denen er vor allem seine Erfahrungen während seiner Aufenthalte in Indien, Afrika, Asien und Bulgarien zum Ausdruck bringt. 1996 erscheint sein erster Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall. Der Roman um eine Familie vom Balkan und deren Exilerfahrung in einem italienischen Asylbewerberheim trägt Parallelen zu Trojanows eigener Geschichte: 1971 flieht er als Kind mit seinen Eltern über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Zehn Jahre nach seinem Debüt, im Jahr 2006, erscheint sein außerordentlich erfolgreicher Roman Der Weltensammler und gewinnt den Preis der Leipziger Buchmesse. Die Tübinger Poetik-Dozentur 2007 hat Trojanow gemeinsam mit Feridun Zaimoglu inne, woraus die gemeinsame Veröffentlichung Ferne Nähe hervorgeht. 2009 veröffentlicht er mit Juli Zeh den Band Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte, in dem sie gemeinsam die systematische Überwachung von Bürger:innen unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung kritisieren. Mit seinem aktuellen Roman Tausend und ein Morgen setzt Trojanow den dystopischen Perspektiven unserer Zeit eine literarische Utopie entgegen. Darin reisen Menschen aus einer paradiesischen Zukunft, in der alle Katastrophen überwunden sind, zurück in eine Vergangenheit, die nun auch ins Bessere gewendet werden soll.

Preise (Auswahl):

2000: Adelbert-von-Chamisso-Preis
2006: Preis der Leipziger Buchmesse
2007: Tübinger Poetik-Dozentur (mit Feridun Zaimoglu)
2009: Preis der Literaturhäuser
2011: Carl-Amery-Literaturpreis
2014: Stefan-Zweig-Poetikvorlesung an der Universität Salzburg
2017: Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

Verlagsinformation zum Roman Tausend und ein Morgen (S. Fischer, 2023):

»Unter Piraten in der Karibik, mitten in der Russischen Revolution – Zeitreisen sind voller Überraschungen. Fest entschlossen betritt Cya die fremden Welten. Inspiriert von der friedlichen und selbstbestimmten Gesellschaft der Zukunft, in der sie lebt, reist sie von Zeit zu Ort und versucht, die Vergangenheit von ihren Fesseln zu befreien – mit unterschiedlichem Erfolg.

In Tausend und ein Morgen entwirft Ilija Trojanow ein leidenschaftliches Porträt seiner mutigen Heldin. Wie kein anderer Autor verbindet er erzählerische Virtuosität und kritisches Denken zu einem modernen Epos, das alle Grenzen überwindet, Raum und Zeit ausleuchtet und einen frischen Blick in die Zukunft wagt. Mit sinnlichen Bildern und überbordenden Geschichten erfindet Ilija Trojanow den utopischen Roman neu – ein Roman, der von der unerschöpflichen Kraft unseres Denkens erzählt.«