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Intern
    Germanistik

    Erfahrungsberichte von Alumni

    Dr. Cordula Burtscher (Referentin für Nachwuchswissenschaftler:innen/Internationalisierung an der Hochschule München)

    Mein Germanistikstudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat mich zu einem Beruf geführt, den ich zu Zeiten meines Studiums noch gar nicht kannte: zum Beruf der Wissenschaftsmanagerin. Nach dem Berufseinstieg an einem Max-Planck-Institut und der Referententätigkeit an der Universität Leiden in den Niederlanden bin ich nun Referentin für Internationalisierung an der Graduate School der Hochschule München und unterstütze Promovierende im Bereich Internationales.

    Seinen Ausgang genommen hat dieser berufliche Werdegang hier auf dem Hubland: Während des Germanistikstudiums habe ich meine Begeisterung für Literatur ausleben und wissenschaftliches Arbeiten lernen können. Dem Staatsexamen folgte die Promotion. Dank der starken Forschungsausrichtung am Institut konnte ich mich in meinem Forschungsfeld aktiv verknüpfen und auch den wissenschaftsunterstützenden Bereich an außeruniversitären Forschungseinrichtungen kennenlernen.

    Dass mein beruflicher Fokus später selbst auf Promovierenden liegen würde, hat sich erst nach einigen Berufsjahren herauskristallisiert. Ohne die positiven Forschungserfahrungen während meiner Promotionszeit an der JMU hätte ich diesen Weg aber vermutlich nicht beschritten.

    Das Germanistikstudium bietet nicht immer konkrete Berufsbilder außerhalb des Lehramts. Es gibt sie aber in vielen versteckten, attraktiven Bereichen – man muss sie nur proaktiv suchen!

    Conrad Fischer (Doktorand an der JMU)

    Mein Studium der Fächer Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien war genau die richtige Entscheidung für mich: Insbesondere die Einblicke in die Methoden der Literaturwissenschaft haben meine Sicht auf Literatur erweitert und bereichert!

    Meine Forschungsneugier darf ich nun in einem Dissertationsprojekt an der JMU Würzburg ausleben: Dabei habe ich die Möglichkeit, den fachlichen Umgang mit Primär- und Sekundärliteratur zu vertiefen und mich so dem Erkunden historischen Wissens zu widmen.

    Timo Fischer (Lehrer am Wirsberg-Gymnasium)

    Meine Studentenzeit an der Julius-Maximilians-Universität hat mein Leben stark geprägt: So denke ich sehr gerne an die ausgesprochen persönliche und familiäre Atmosphäre der Würzburger Germanistik zurück.

    Heute ist es mir als Deutschlehrer am Wirsberg-Gymnasium Würzburg ein besonders großes Anliegen, Wissen ebenso wertschätzend und mit Begeisterung weiterzugeben, wie ich es als Germanistik-Student an der JMU selbst erfahren durfte.

    Dr. Adrian Robanus (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder)

    Sehe ich heute im Kleist-Museum an einer unserer Stationen die Abbildung des Juliusspitals, erinnere ich mich immer gerne an meine Würzburger Studienzeit. 2006 fing ich an, dort zu studieren, noch als Magister: Neuere deutsche Literaturgeschichte, Sprachwissenschaft und Neuere und Neueste Geschichte.

    An der Julius-Maximilians-Universität begann meine eigentliche intellektuelle Biografie. Wolfgang Riedel, Helmut Pfotenhauer, Fotis Jannidis, Jörg Robert und viele andere hochkarätige Germanist:innen prägten mein literaturwissenschaftliches Denken nachhaltig und begeisterten mich insbesondere für die Erforschung des 18. Jahrhunderts.

    Zwei Semester lang durfte ich zudem als Erasmus-Austauschstudent am St John’s College in Cambridge meinen Horizont erweitern – wie glücklich war ich, dass die JMU so eine exquisite Partneruniversität hatte! Meiner Alma Mater habe ich auch meinen Doktorvater Roland Borgards zu verdanken, der damals die Animal Studies in die Würzburger Germanistik gebracht hatte – in außergewöhnlichen Summer Schools wurde auf höchstem Niveau die Mensch-Tier-Grenze diskutiert. Aus dieser Konstellation ging schließlich meine Doktorarbeit „Romantiere. Zoopoetik bei Wieland und Wezel“ hervor.

    Ohne die JMU wäre ich heute sicherlich nicht Mitarbeiter am Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder, in dem wir unseren Besucher:innen – unter vielem anderen – Kleists rätselhafte Würzburgreise vor mehr als 220 Jahren nahebringen.

    Dr. Johanna Tönsing (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn)

    Die idyllische Kulisse der wunderschönen Stadt Würzburg mit ihren vielfältigen Möglichkeiten, sich auszuprobieren, hat sicherlich dazu beigetragen, meine ersten Schritte in Richtung einer intensiven Beschäftigung mit (historischen) Poetologien des Wissens und Ideengeschichte(n) zu begleiten. Die Lektüren komplexer Texte im kleinen Kreis im Rahmen von Oberseminaren mit vielen klugen Menschen gehören mir zu den liebsten Erinnerungen und haben bei mir die Lust geweckt, auch selbst anzufangen, literaturwissenschaftlich zu forschen.

    Die Summer Schools der Animal Studies, an denen ich schon als Würzburger Studentin teilnehmen durfte, haben mich erste Forschungsluft schnuppern lassen. Von den vielen Kontakten und den intensiven Wochen profitiere ich noch heute! Die klassische Ausbildung in literaturtheoretischen Fragestellungen hat mir den Weg geebnet für weitere, auch politisch engagierte und feministische Recherchen in meiner Berufung als Literaturwissenschaftlerin. Meine frühe Anstellung als Tutorin der NdL hat zudem meine Lehrfähigkeit geschult und mir erlaubt, mich schon früh in der Vermittlung von Literatur ausprobieren zu können.

    Mit etwas Glück hört man in einigen Seminarräumen die Frösche quaken; bekommt Wein aus Bocksbeuteln in den Katakomben der Residenz serviert, während man den gerade gehörten Vortrag nachbespricht; liest Stefan-George-Gedichte im Kloster Bronnbach; kriegt schlimme Knoten im Kopf beim Nachdenken über Franz Kafka oder das unzuverlässige Erzählen; gründet eine Freundschaft zu einem 80-Jährigen, mit dem man sich tagelang über Leo Perutz unterhält; schaut sich eine 5-stündige Götz-von-Berlichingen-Theateraufführung vor Originalkulisse an; forscht mit Walter Dimter nach, wer die Gesamtausgabe von Richard Wagner geklaut hat; entdeckt seine Liebe zum Buch und muss ein Leben lang erklären, was Literaturwissenschaftler:innen überhaupt so machen.

    Sonja Weichand (Autorin und Dozentin für Literarisches Schreiben an der JMU)

    Immer noch denke ich gerne an die Zeiten in der Bibliothek zurück, als ich, im Geruch nach alten Büchern schwelgend, alle Zeit der Welt hatte, mich in das zu vertiefen, was mich wirklich interessiert. Natürlich erwirbt man im Studium der Neueren deutschen Literaturgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Wissen über Sprachgeschichte und -analyse, exaktes Textverständnis, wissenschaftliche Recherche von Themen und über die Vermittlung von Literatur.

    Darüber hinaus bildet man aber in solch einem Studium ein lebenslanges Netzwerk, da man Freundschaften unter Gleichgesinnten schließt. Man lernt, sachliche Diskussionen zu führen, die eigene Haltung zu finden und stärkt sein Selbstbewusstsein, indem man Sicherheit in Themen gewinnt, für die man brennt. Für mich änderte das alles.

    Ich empfehle das Germanistikstudium daher nicht nur denjenigen, die schon immer ihre Liebe zur Literatur mit Fachwissen erweitern wollten, sondern allen, die Interesse an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung haben. Heute muss jeder Effekt messbar sein. Die Wahl einer Geisteswissenschaft mag da riskant wirken, sie hat aber für den weiteren Lebensweg Effekte, die nicht messbar sind. Wäre ich ohne dieses Studium auch Autorin? Ich weiß es nicht, aber ich wäre definitiv ein anderer Mensch.

    Dr. Petra Zaus (Leiterin Schreibzentrum | Writing Center und Dozentin an der JMU)

    Am Studium der Neueren deutschen Literaturgeschichte an der JMU Würzburg hat mir besonders gefallen, eigene thematische Schwerpunkte setzen zu können, denn diese Entscheidungsmöglichkeiten haben dazu beigetragen, mich zum kritischen Denken zu motivieren, mein ästhetisches Geschmacksurteil auszuprägen und offen für alle künstlerischen Ausdrucksformen zu bleiben.

    Ich hatte das Glück, zunächst als Hilfskraft, danach als Teilprojektleiterin der Würzburger Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition sowie als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte mitarbeiten zu dürfen. Diese Tätigkeiten waren eine intensive Vorbereitung für spätere Arbeitsbereiche mit dem Fokus auf Wissenschaftskommunikation, Teamverantwortung, Drittmitteleinwerbung und Projektmanagement. Für die fächerübergreifenden Lehrprojekte, in die ich eingebunden war und bin sowie für hochschuldidaktische Weiterbildungsseminare, die ich halte, kommt mir die Erfahrung als NdL-Dozentin zugute.

    Wenn ich heute am Schreibzentrum | Writing Center Schreibtutor*innen ausbilde, schreibdidaktische Materialien erarbeite, Workshops und Schreibgruppen moderiere und Einzelberatungen durchführe, kann ich mich auf die philologische Genauigkeit und die Vertrautheit mit unterschiedlichen Textsorten und Publikationsformen verlassen, die ich im Germanistik-Studium erworben habe.

    Ein geisteswissenschaftliches Studium eröffnet den Zugang zu etlichen Berufsfeldern, die sich vielleicht nicht sofort erschließen, aber die das Engagement wert sind!