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Intern
    Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft

    Dr. Verena Ebert

    Dr. Verena Ebert

    Universität Würzburg
    Institut für Deutsche Philologie
    Am Hubland
    D-97074 Würzburg
    Raum: 4.E.18

     

    09/2022 bis heute: Projektleitung (eigene Stelle) im DFG-Projekt „Sprachliche Praktiken der Dekolonisierung? Umbenennungen kolonialer Straßennamen”.

    09/2022: Zweites Staatsexamen mit Auszeichnung.

    12/2019: Abschluss der Promotion (Gesamtprädikat: summa cum laude).

    10/2014 bis 09/2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft (JMU).

    07/2014: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (Deutsch, Geschichte, Sozialkunde).

    DFG-Projekt: Sprachliche Praktiken der Dekolonisierung? Umbenennungen kolonialer Straßennamen

    Projektnummer: 492996932

    Laufzeit: 09/2022 bis 09/2025

    Gegenstand des Projekts:

    Erkenntnisse bzgl. der Präsenz kolonialen Wissens sowie Haltungen und Einstellungen zur Kolonialgeschichte und ihrer Verankerung im kollektiven Gedächtnis sind wissenschaftlich relevant und zugleich ein zentrales aktuelles politisches und gesellschaftliches Anliegen. Dieser Gegenstand soll im Forschungsprojekt im Zusammenhang mit Umbenennungen kolonialer Straßennamen in Deutschland seit 1945 bis heute sichtbar gemacht werden: So sollen (de-)koloniale Wissenskonzepte herausgearbeitet werden, die in entsprechenden Umbenennungsprozessen und -debatten zu greifen sind.

    Hierbei soll der historische sowie der gegenwärtige Diskurs erstmals auf systematische Weise hinsichtlich seiner linguistischen Struktur aufbereitet werden. Das Projekt umfasst drei Module, um Erkenntnisse über (1) Nameninventare, (2) Entscheidungsszenarien und die (3) Sichtbarmachung von Umbenennungsprozessen zu erhalten, die sich folgenden übergeordneten Fragestellungen widmen:

    (1) Welcher Straßenname wird durch welchen Straßennamen ersetzt? Inwieweit sind bei Umbenennungen – mit Berücksichtigung einer diachronen (1945 bis zur Gegenwart) und einer nach den beiden politischen Systemen unterscheidende (BRD/DDR) Perspektive – strukturbezogen-onomastische und raumlinguistische Musterhaftigkeiten festzustellen? 

    (2) Welche (musterhaften) Argumentationstypen sind im Zuge der Aushandlungsprozesse für/gegen Umbenennungen kolonialer Straßennamen festzustellen?

    (3) Welche (musterhaften) Textproduktionsformen (auf Zusatzschildern, Stelen u. dgl.) sind im Zuge von erfolgten Umbenennungsverfahren sowie -diskussionen im öffentlichen Raum festzustellen?

    Empirische Grundlage spielen objekt- und metasprachliche Daten aus demokratischen Kontexten der administrativ-politischen/top-down-Akteure. Positionierungs- und Einforderungskontexte außeradministrativer/bottom-up-Akteure sind im Zeichen zunehmender demokratischer Partizipation von hohem Wert, für den Gegenwartsdiskurs relevant und werden daher möglichst miteinbezogen.

    Was darf bleiben, was muss weg? Umbenennungsprozesse kolonialer Straßennamen für den Deutschunterricht nutzbar machen. In Praxis Deutsch 296(2022), 44–55.

    (gem. mit Doris Stolberg, Matthias Schulz & Tirza Mühlan-Meyer) (eds.), Koloniale und postkoloniale Toponomastik (KPL/CPL 15). Berlin & Boston 2022: De Gruyter.

    Koloniale Straßennamen. Benennungspraktiken im Kontext kolonialer Raumaneignung in der deutschen Metropole von 1884 bis 1945 (KPL/CPL 16). Berlin & Boston 2021: De Gruyter.

    Vergleichende Kolonialtoponomastik: Ein Modell für die Erforschung sekundärer Straßennamen? In Kathrin Dräger, Rita Heuser & Michael Prinz (eds.), Toponyme –Standortbestimmung und Perspektiven (RGL 326). Berlin & Boston 2021: De Gruyter, 67–85.

    Kolonialtoponomastik im Raum der deutschen Metropole. In Thomas Stolz & Ingo H. Warnke (eds.), Vergleichende Kolonialtoponomastik. Strukturen und Funktionen kolonialer Ortsbenennung (KPL/CPL 12). Berlin & Boston 2018: De Gruyter, 95–124.

    (gem. mit Matthias Schulz:) Kaiser-Wilhelm-Ufer, Wissmannstraße, Stuhlmann-Straße – Straßennamen im Kontext kolonialer Raumaneignung. In Axel Dunker, Thomas Stolz & Ingo H. Warnke (eds.), Benennungspraktiken in Prozessen kolonialer Raumaneignung (KPL/CPL 10). Berlin & Boston 2017: De Gruyter, 161–186.

    (gem. mit Matthias Schulz:) Wissmannstraße, Massaiweg, Berliner Straße. Kolonial intendierte Urbanonyme. Befunde, Perspektiven, Forschungsprogramm. In Beiträge zur Namenforschung 51(2016), 357–386.