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    Praxisprojekt Kulturvermittlung: Wie die Disziplin Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft zur Brückenbauerin wird

    03/11/2026

    Die Kulturvermittlungsstudierenden Hannah Funke und Nicholas Cudd beschäftigten sich in ihrem Praxisprojekt mit der Vermittlung von Inhalten der Europäischen Ethnologie/Empirischen Kulturwissenschaft an Schulen.

    Die Studierenden Hannah Funke und Nicholas Cudd stehen im Gang des Philosophischen Gebäudes vor ihrem Präsentationsposter, das an eine Stellwand gehängt ist.
    Im Rahmen der Posterpräsentation des M4-Moduls stellten Hannah Funke und Nicholas Cudd ihr Praxisprojekt "EKW goes School" vor.

    Wie gelingt der Übergang von der Schule an die Universität? Und was kann eine kulturwissenschaftliche Disziplin dazu beitragen? Mit diesen Fragen starteten Hannah Funke und Nicholas Cudd im Rahmen der Zusatzqualifikation Kulturvermittlung das Praxisprojekt „EKW als Brückenbauerin zwischen Schule und Universität“. Die Idee: Vermittlung als dialogischer Brückenschlag.

    Der Übergang zwischen Schule und Universität ist oft kein fließender Prozess, sondern ein Bruch: neue Arbeitsweisen, neue Erwartungen, neue Denklogiken. Besonders Fächer wie die Empirische Kulturwissenschaft (EKW) bleiben im schulischen Kontext meist unsichtbar. Das Projekt setzte genau hier an: Nicht als bloße „Werbung für ein Studienfach“, sondern als Vermittlungsangebot zwischen zwei Institutionen mit unterschiedlichen Logiken.

    Was in der Theorie einfach klang, wurde in der Praxis komplex. Statt linearer Umsetzung entstand ein prozessorientiertes Projekt, das sich mehrfach neu ausrichtete: Austausch mit Lehrkräften, Gespräche mit Schulamt und Bildungsbüro und konzeptionelle Rückkopplung mit dem Lehrstuhl. Die Kommunikationswege erwiesen sich als komplex. Doch genau hier lag der zentrale Lerneffekt: Kulturvermittlung bedeutet nicht nur Inhalte entwickeln, sondern kommunizieren, überzeugen, argumentieren, Netzwerke aufbauen.

    Auch interinstitutionelle Kooperation erwies sich als besonders wertvoll – etwa die Nachfragen an die Universitätsbibliothek, die neue Perspektiven auf Portfolioarbeit und wissenschaftspropädeutisches Lernen eröffnete. Aus diesen Dynamiken entwickelte sich ein flexibles Modell mit: Workshops zur wissenschaftlichen Praxis des Zitierens, zu Techniken der Recherche und Bibliotheksarbeit, Unterstützungsangeboten für P- und W-Seminare, digitalen Padlets für Lehrkräfte und Schüler*innen und Konzeptbausteinen statt starrer Unterrichtspakete für Lehrer*innen.

    Das Projekt zeigt neben dem großen Potenzial der EKW exemplarisch, was die Zusatzqualifikation Kulturvermittlung (M4) leisten kann: eigenständige Projektentwicklung, Arbeit mit realen Kooperationspartner*innen, Öffentlichkeitsarbeit, strategische Kommunikation, Theorie-Praxis-Verzahnung und eine reflektierte Auseinandersetzung mit institutionellen Strukturen. Es geht nicht um Simulation, sondern um echte Projektarbeit mit echten Herausforderungen. „EKW goes Schule“ ist kein abgeschlossenes Produkt, sondern ein offenes Geflecht: Padlets können erweitert werden, Kooperationen können wachsen, neue Formate wie Projektwochen oder Exkursionen sind denkbar, Studierende können systematisch eingebunden werden. Das Projekt wird zudem im Rahmen der Veranstaltung „Engagiert denken“ (April 2026) eine Rolle spielen.

    Interesse an einem eigenen Praxisprojekt?
    Das Praxismodul M4 im Rahmen der Zusatzqualifikation Kulturvermittlung bietet die Möglichkeit, Ideen zu realisieren, Netzwerke aufzubauen und Kulturvermittlung aktiv mitzugestalten. Denn gute Vermittlung beginnt nicht mit fertigen Antworten, sondern mit der Bereitschaft, Brücken zu bauen.

    Fotos: Hannah Funke/Nicholas Cudd, Arbeitsstelle Kulturvermittlung

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